Last Updated on April 16, 2026 by pg@petergamma.org
Vanja Palmers sie im Rigi oben und mache nichts
sagte ein Bruder von mir, der mehr als 30 Jahre Käse machte, und verkaufte, und jetzt ein Porsche fährt. «Das der so zufrieden ist, mit dem Nichts Tun?» Fügte er sinngemäss hinzu. Aber das Nichts-tun ist eben süss. Dolce far niente (italienisch für „süßes Nichtstun“) ist ein Lebensstil, der bewusste Entschleunigung, Genuss und Müßiggang feiert. Es bedeutet, den Augenblick ohne Leistungsdruck oder To-Do-Listen zu genießen. Diese Praxis fördert die mentale Gesundheit, indem sie innehalten und entspannen ermöglicht.
Etwas irritiert frage ich meinen Bruder und Porsche Fahrer in dem Gespräch mit dem ich mit ihm führte zurück: «Kannst du dich gut entspannen?». Und dann antwortete er. Er wisse gar nicht, wie loslassen, er hätte Angst, dass er dabei ein Burn-Out zu bekommen. Später bestreitet er aber diese Aussage, aber ich bin mir sicher, dass er die gemacht hat.
Dieser Porschefahrer muss wirklich besondere Gene haben. Andere bekommen ein Burn-Out, wenn sie nie losslassen, aber er hat Angst davor ein Burn-Out zu bekommen, wenn er sich entspannen würde. Entspannt er sich also nie? Oder ist bei diesen Problemen wie auch bei meinen Problemen die schwierige Kindheit die Ursache, die ich mit meinem ältesten Bruder teile. Denn als mein älterster Bruder der jetzt einen Porsche fährt 20 Jahre alt war, starb unser Vater an Lungenkrebs, und unsere Mutter stand mit 7 Kindern alleine da.
Wie ein Sklave musste mein ältester Bruder gegen seinen Willen aber nach dem Willen unseres Vaters als Käserlehrling in der Käserei des Onkels arbeiten, obwohl mein ältester Bruder eigentlich hätte Wirtschaft studieren wollen. Dieser mein ältester Bruder heiratete, hatte Kinder, und baute ein Haus für seine Familie, wurde dann aber von seiner Frau und seinen Kindern verlassen, als die Kinder noch im Vorschulalter waren. Danach holte dieser Bruder sein Wirtschaftstudium nach, machte steile Karriere, fährt jetzt einen Porsche, und hat eine neue Partnerin gefunden, die wie er Kinder hatte, aber von ihrem Partner ebenfalls verlassen wurde.
Haben nicht viele Menschen es verlernt loszulassen, oder hat das Schicksal sie so hochgejagt, dass sie gar nicht mehr runter kommen können? Mit dem Porsche in der Welt herum sausen, und Käse zu verkaufen? Dass mein Bruder so zufrieden ist? Denn ist es nicht das Nichts Tun, dass zu Wohlbefinden und Glück führt? Und das ist ein mentaler Zustand, welchen man auch durch Meditieren erlangen kann. Aber ob mein Bruder, der Porschefahrer diesen mentalen Zustand wohl kennt?
Aber wir haben es vielleicht einfach auch verlernt loszulassen, indem wir ständig hyperaktiv sind. Aber unsere Vorfahren, die Affen waren sehr gut im loslassen. Sie sassen oft auf den Bäumen und taten nichts. Und waren nicht diese oft glücklicher als wir, die gestressten Menschen der Neuzeit, die es verlernt haben loszulassen?