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Matthäus 27 | Jesus wird vor Pilatus verurteilt | Die Bibel
Herodes der Große war der historische „König der Juden“ zur Zeit der Geburt Jesu. Er wurde 40 v. Chr. vom römischen Senat eingesetzt und regierte Judäa als römischer Klientelkönig.
Jesus wurde vor allem deshalb gekreuzigt, weil die römischen Behörden ihn als politische Bedrohung ansahen, insbesondere wegen seines angeblichen Anspruchs, „König der Juden“ zu sein – ein Titel, der die römische Souveränität in Frage stellte. Während jüdische Führer seine Absetzung wegen Blasphemie und Störung der öffentlichen Ordnung forderten, ordnete der römische Statthalter Pontius Pilatus seine Hinrichtung an, um Instabilität, insbesondere während des Pessachfestes, zu verhindern, und behandelte dies als Aufruhr.
Anklage des Hohepriesters (Matthäus 26,63–66; Markus 14,61–64):
Während seines Prozesses vor dem Sanhedrin wurde Jesus direkt gefragt, ob er der Messias, der Sohn Gottes, sei. Als er dies bejahte und sagte, er werde zur Rechten des Allmächtigen sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen, zerriss der Hohepriester sein Gewand und rief: „Er hat Gotteslästerung gesprochen!“ Dieser Anspruch auf göttliche Autorität – insbesondere der Titel „Sohn Gottes“ und die Prophezeiung des zukünftigen Gerichts – wurde als direkte Herausforderung der alleinigen Souveränität Gottes verstanden.
Sündenvergebung (Markus 2,5–7; Matthäus 9,2–3):
Jesus wurde der Gotteslästerung beschuldigt, als er zu einem Gelähmten sagte: „Deine Sünden sind dir vergeben.“ Im jüdischen Glauben hatte nur Gott die Macht, Sünden zu vergeben, und dies ohne das entsprechende Opfer oder die priesterliche Vollmacht zu tun, galt als gotteslästerliche Tat. Die Schriftgelehrten erkannten darin einen Anspruch auf göttliche Vorrechte.
Behauptung der Gleichheit mit Gott (Johannes 5,18; 10,33):
Jesu Aussage „Ich und der Vater sind eins“ und seine Verwendung des göttlichen Namens „Ich bin“ (Johannes 8,58) veranlassten die Juden, Steine aufzuheben, um ihn zu steinigen. Sie erklärten ausdrücklich: „Wir steinigen dich nicht wegen irgendeiner guten Tat, sondern wegen Gotteslästerung, weil du, ein Mensch, dich selbst zu Gott machst.“
Zerstörung und Wiederaufbau des Tempels (Markus 14,58):
Jesus wurde auch der Gotteslästerung beschuldigt, weil er angeblich gesagt hatte, er könne den Tempel zerstören und ihn in drei Tagen wieder aufbauen – eine Behauptung, die als Machtanspruch über Gottes Wohnstätte interpretiert wurde, die als göttlich eingesetzt galt.
In allen Fällen rührte die Anklage von Jesu Behauptung seiner göttlichen Identität und Autorität her, die die religiösen Führer als Verstoß gegen das Verbot des Missbrauchs des Namens Gottes (Levitikus 24,16) ansahen. Obwohl die Anklagen juristisch und theologisch als Blasphemie formuliert wurden, lag dem Ganzen der politische und religiöse Widerstand gegen Jesu wachsenden Einfluss und seine Ansprüche zugrunde.